Prof. Dr. Eckart Altenmüller

Samstag, 14. April 2018, 14.30-15.15 Uhr
im Aufseß-Saal, Germanisches Nationalmuseum Nürnberg, Kartäusergasse 1, 90402 Nürnberg

Prof. Dr. Eckart Altenmüller

Musizieren und Tanzen als Hirnjogging: Was ist dran?
Hirnplastizität und Ästhetische Erziehung

Musizieren und Tanzen stellen an das menschliche Zentralnervensystem höchste Anforderungen. Beide Aktivitäten führen zu neuroplastischen Anpassungen auf unterschiedlichen Zeitachsen. Bereits wenige Minuten musikalisch-motorischen Lernens führen zur Senkung der neuronalen Erregungsschwellen und zur Ausweitung neuronaler Netzwerke. Jahrelanges Üben derartiger Aktivitäten führt zu charakteristischen Veränderungen der Hirnstruktur, die mit modernen Methoden sehr präzise nachgewiesen werden können.

Die Auswirkung von Musizieren und Tanzen betreffen aber nicht nur die Funktion und Struktur des Nervensystems, beide Aktivitäten sind lustbetont und erhöhen die Lebensqualität. Damit gehen die Verbesserung kognitiver Fertigkeiten, Erhöhung von Gedächtnisleistungen und effizientere Handlungssteuerung einher. In meinem Vortrag werden diese positiven Auswirkungen ästhetischer Erziehung in allen Lebensaltern dargestellt, aber auch die Gefahren der Selbstüberforderung und des Selbstoptimierungswahns thematisiert.

Prof. Dr. Eckart Altenmüller ist Neurologe und Flötist sowie Direktor des Instituts für Musikphysiologie an der Hochschule für Musik, Theater und Medien in Hannover. Er ist Autor zahlreicher Arbeiten zum auditiven und sensomotorischen Lernen und zur emotionalen Verarbeitung von Musik.

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