Prof. Dr. Harald Seubert

Samstag, 14. April 2018, 17.15-18.00 Uhr
im Aufseß-Saal, Germanisches Nationalmuseum Nürnberg, Kartäusergasse 1, 90402 Nürnberg

Prof. Dr. Harald Seubert

Die Neugier und das gute Leben
Perspektiven humanistischer Philosophie

Schon Cicero wies darauf hin, dass das Alter die Neugierde und Aufbrüche im Denken nicht einschränken muss. Curiositas, Neugier, ist die Fähigkeit, alte Paradigmen aufzubrechen, Dinge neu und verändert zu denken. Sie hängt eng mit der aufklärerischen Emanzipation der Philosophie in der Moderne und dem Mut zum Selbstdenken zusammen, das gegen Konventionen von Politik und Kirche den eigenständigen Menschen weckt. Dieser Aufbruch kann den Menschen bis zum Ende bestimmen. Denn „jedem Anfang wohnt ein Zauber inne“.

Wer erkennt und selbst denken lernt, gewinnt ein Glück der Selbstbestimmtheit, das ihn unabhängiger macht von Wechselfällen des Lebens und Fremdbestimmungen. Der Vortrag zeigt (an Gedankenbeispielen von Platon bis Sloterdijk), wie ein Auskosten des Lebens, ein Humanismus, der Menschsein auch als Aufgabe begreift, aus den Quellen der Philosophie neue Sinndimensionen gewinnen kann: in einer Zweckfreiheit, aus der eigentliches Glück hervorgehen kann.

Prof. Dr. Harald Seubert ist Professor für Philosophie und Religionswissenschaft an der Theologischen Hochschule Basel sowie Lehrbeauftragter an der Hochschule für Politik München. Sein Anliegen ist u.a. die Verbindung der Rationalität mit dem Erbe von Religionen und Kulturen.

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