
Symposium 2026 | Neues Wissen aus der Black Box? Wie KI wissenschaftliche Forschung (nicht) unterstützt
03.10.2026, 14:30 - 15:15
Neues Wissen aus der Black Box?
Wie KI wissenschaftliche Forschung (nicht) unterstützt
Vortrag von Prof. Dr. Dr. Claus Beisbart
Die Künstliche Intelligenz (KI) wird nicht nur im Alltag genutzt, um Fragen zu beantworten. Auch in vielen Wissenschaften gibt es einen Hype um KI. So wird KI eingesetzt, um in großen Datenmengen nach besonderen Ereignissen zu suchen. Das Programm AlphaFold hat spektakuläre Erfolge bei der Vorhersage von Proteinstrukturen erzielt. KI kann auch das Wetter gut prognostizieren. Und kürzlich wurde berichtet, dass ein KI-Modell aus Daten Newtons Gravitationsgesetz wiederentdeckt hat.
Aber inwiefern dürfen wir solchen Erfolgsmeldungen vertrauen? Kann KI wirklich neues wissenschaftliches Wissen generieren? Und wie sieht es mit dem Black-Box-Charakter der KI aus: Lassen sich wissenschaftliche Phänomene mit Algorithmen verstehen, die der Mensch nicht mehr durchschaut?
Der Vortrag analysiert, inwiefern KI dazu beitragen kann, wissenschaftliches Wissen und Verständnis zu gewinnen. Er geht von grundlegenden Paradigmen der KI-Forschung und dem Black-Box-Charakter der KI aus. Unbestritten ist, dass KI Routineaufgaben übernehmen kann und damit etwa die Erkennung von Objekten auf Bildern beschleunigen kann. Weiterhin haben Forschende die Erfahrung gemacht, dass KI in vielen Bereichen zuverlässig Vorhersagen trifft. Der Vortrag untersucht, inwiefern diese Vorhersagen so gut begründet sind wie anderes wissenschaftliche Wissen. Weitergehend wird dann gefragt, ob die Prognosefähigkeit der KI auf tieferen Einsichten basiert und ob die KI zu substantiellen Erklärungen von Phänomenen vordringen kann. Der Vortrag argumentiert, dass es manchmal Hinweise darauf gibt. Entscheidend für die Forschung mit KI ist aber weiter, dass der Mensch die KI kreativ einsetzt und die richtigen Schlüsse aus ihren Outputs zieht.
