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Macht und Recht des Gesehen­werdens
Warum Frei­heit ohne Sicht­bar­keit nicht genügt

Vortrag von Annathea Braß

Freiheit gilt als eine der elementaren Voraussetzungen für ein selbstbestimmtes Leben. Doch genügt es, frei sprechen zu dürfen, wenn niemand zuhört – oder wenn Sichtbarkeit selbst zur Gefahr wird?

Politische und gesellschaftliche Öffentlichkeit ist kein neutraler Raum. Wer in ihr erscheint, wessen Erfahrung als relevant gilt und wem Glaubwürdigkeit zugesprochen wird, ist ungleich verteilt. Für viele Menschen, die unter Repressionen leben müssen, für marginalisierte Gruppen oder für jene, deren Lebensrealität im globalen Strom der Aufmerksamkeit kaum vorkommt, entscheidet sich Freiheit deshalb nicht allein an verbrieften Rechten, sondern auch an der reinen Möglichkeit, wahrgenommen und gehört zu werden.

Ausgehend von ihren Erfahrungen aus der internationalen, humanistischen Arbeit, zuletzt auf dem World Humanist Congress in Ottawa (Kanada) fragt Annathea Braß nach einer Konsequenz, die unmittelbar in zentrale Grundlagenfragen einer (weltlich) humanistischen Weltanschauung führt: Wenn Menschenwürde, Selbstbestimmung und die Freiheit des eigenen Denkens jedem Menschen gleichermaßen zukommen, welche Verantwortung und Handlungsmaximen entstehen dann dort, wo die Möglichkeiten, diese Freiheit tatsächlich auszuüben, radikal ungleich verteilt sind?

Der Vortrag bewegt sich zwischen politischer Gegenwart, philosophischen Vorstellungen von Öffentlichkeit und konkreten Erfahrungen humanistischer Menschenrechts- und Hilfsarbeit – und fragt welche Verantwortung daraus erwächst, Freiheit nicht nur zu verteidigen sondern anderen die Möglichkeit zu eröffnen, sichtbar zu werden, Gehör zu finden und ihre Stimme selbst wirksam erheben zu können.

In Kooperation mit dem Bund für Geistesfreiheit bfg Fürth, dem bfg Nürnberg und dem bfg Erlangen.

[Abbildung KI-generiert]

Eintritt: € 9,– bzw. € 6,– für Studierende gegen Nachweis, für bfg-Mitglieder sowie für den Kortizes-Förderkreis. Nur Abendkasse, keine Voranmeldung. Die Zahl der Plätze ist begrenzt, Einlass (jeweils ab 19:00 Uhr) in der Reihenfolge des Erscheinens.

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