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Symposium 2020

Dem Geist auf der Spur
Auslesen von Gedanken aus der Hirnaktivität

Eröffnungsvortrag von Prof. Dr. John-Dylan Haynes, zusammen mit Prof. Dr. Wolf Singer (»Natürliche und künstliche Intelligenz«)

Seit jeher sind wir von der Frage fasziniert, ob es möglich ist, die Gedanken einer anderen Person zu lesen. Mit der Entwicklung moderner Hirnscanner steht uns jetzt zum ersten Mal in der Menschheitsgeschichte eine geeignete Technik zur Verfügung. Grundlage dafür ist, dass jeder Gedanke mit einem charakteristischen Muster der Hirnaktivität einhergeht. Wenn man einen Computer darauf trainiert, diese Muster zu erkennen, kann man darauf schließen, was eine Person gerade denkt, zumindest zu einem gewissen Grad. Trotzdem ist es noch ein weiter Weg, bis diese Laborforschung anwendungsreif sein wird. Umso problematischer ist es, dass bereits jetzt kommerzielle Anbieter Dienstleistungen im Bereich Lügendetektion oder Neuromarketing anbieten, obwohl solche Techniken noch gar nicht anwendungsreif sind. Dieser Vortrag wird deshalb ein realistisches Bild der Möglichkeiten und Grenzen des wissenschaftlichen Gedankenlesens geben.

Bildquelle: Flickr Creative Commons/Bruno Cordioli [CC BY-2.0]

Symposium 2020: Abstracts in der Reihenfolge des Programms

Wolf Singer: Natürliche und künstliche Intelligenz

John-Dylan Haynes: Dem Geist auf der Spur

Lars Muckli: Das Gehirn als Vorhersage­maschine

André Gessner: Die Darm-Hirn-Achse

Herta Flor: Körperrepräsentation und Schmerz

Joachim Bauer: Akteur des Geistes

Moritz Helmstaedter: Connectomics – Karten des Denkens

Grischa Merkel: Lieber nicht denken?

Achim Stephan: Situierte Affektivität

Beate Krickel: Der Sitz des Geistes und das Unbewusste

Claus-Christian Carbon: Ist der leiblose Geist ein seelenloser Körper?

Bigna Lenggenhager: Körper und Kognition

Holger Lyre: Der erweiterte Geist

Podiumsdiskussion: Ein Gehirn denkt nie allein