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Symposium 2020

Ist der leiblose Geist ein seelenloser Körper?
Über körperliches Denken und Fühlen

Vortrag von Prof. Dr. Claus-Christian Carbon

Die westliche Philosophiegeschichte misst der Frage nach dem Verhältnis zwischen Leib und Seele eine immens große Bedeutung zu. Die in diesem Zusammenhang anzutreffende Idee eines strikten Dualismus von Leib und Seele fand sich lange auch in der Psychologie, und erst das theoretische Aufbrechen dieser Idee konnte den Blick weiten für die Verbindung und gegenseitige Beeinflussung von Körper und Geist. Ergebnisse jüngster Experimente unterstreichen immer wieder, wie unsinnig und wenig zielführend die Annahme einer völligen Trennung von Körperlichem und Geistigem ist, nicht nur für das Verständnis grundlegender kognitiver und emotionaler Prozesse, sondern auch für das Fördern von Gesundheit und Gesundung körperlicher Symptome. Weder der leiblose Geist noch der seelenlose Körper sind theoretisch wie auch praktisch sinnvoll zu postulieren – beide Annahmen sind wirklichkeitsfremd und können kaum dazu beitragen, psychische und somatische Phänomene weitreichend und systemisch zu beschreiben und zu erklären.

Bildquelle: Wikimedia Commons/DieBuche (Künstler: René Descartes) [PD]

Symposium 2020: Abstracts in der Reihenfolge des Programms

Wolf Singer: Natürliche und künstliche Intelligenz

John-Dylan Haynes: Dem Geist auf der Spur

Lars Muckli: Das Gehirn als Vorhersage­maschine

André Gessner: Die Darm-Hirn-Achse

Herta Flor: Körperrepräsentation und Schmerz

Joachim Bauer: Akteur des Geistes

Moritz Helmstaedter: Connectomics – Karten des Denkens

Grischa Merkel: Lieber nicht denken?

Achim Stephan: Situierte Affektivität

Beate Krickel: Der Sitz des Geistes und das Unbewusste

Claus-Christian Carbon: Ist der leiblose Geist ein seelenloser Körper?

Bigna Lenggenhager: Körper und Kognition

Holger Lyre: Der erweiterte Geist

Podiumsdiskussion: Ein Gehirn denkt nie allein