
Verdrängt, vergessen, wiedergefunden? Warum Gedächtnismythen so hartnäckig sind
18.05.2027, 19:30 - 21:00

In Kooperation mit der Giordano-Bruno-Stiftung gbs.
Verdrängt, vergessen, wiedergefunden?
Warum Gedächtnismythen so hartnäckig sind
Vortrag von Prof. Dr. Christoph Bördlein
Viele Menschen glauben, traumatische Erinnerungen könnten vollständig unbewusst »verdrängt« und Jahre später in Therapie wieder zuverlässig hervorgeholt werden. Diese Vorstellung ist kulturell tief verankert – in Filmen, Ratgebern, Therapiekonzepten und Alltagspsychologie. Die gedächtnispsychologische Forschung zeichnet jedoch ein deutlich anderes Bild: Das Gedächtnis funktioniert nicht wie eine Festplatte, sondern ist rekonstruktiv, beeinflussbar und fehleranfällig. Der Vortrag gibt einen Überblick über die internationale Forschung zur Verbreitung solcher Gedächtnismythen. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie verbreitet der Glaube an verdrängte und therapeutisch wiederherstellbare Erinnerungen in der Allgemeinbevölkerung, bei Studenten und bei Fachkräften aus psychosozialen, therapeutischen und rechtlichen Arbeitsfeldern ist. Besonderes Augenmerk gilt der Sozialen Arbeit, weil Fachkräfte dort häufig mit Berichten über Trauma, Gewalt, Missbrauch und belastende biografische Erfahrungen konfrontiert sind.
In Kooperation mit der Regionalgruppe Mittelfranken der Gesellschaft zur Wissenschaftlichen Untersuchung von Parawissenschaften GWUP.
Anmeldung über Bildungszentrum Nürnberg, Preise und Links ab November 2026 hier.
