Die Kognitions- und Neurowissenschaften schreiten voran, ihre Fragestellungen und Unter­suchungs­methoden werden spezifischer. Es ist nicht leicht, den Überblick zu behalten. Physio­logie, Psychologie, Evolutionsbiologie und Philosophie des Geistes haben ihre je eigenen Perspektiven, die nur gemeinsam ein umfassendes Bild vom Menschen ergeben.

Die hier aufgelisteten Bände dokumentieren die Entwicklungen des letzten Jahrzehnts in Originaltexten führender Expertinnen und Experten des jeweiligen Fachgebietes. Die behandelten Themenfelder sind beispielsweise: Sinneswahrnehmung, Bewusstsein, Willens­­freiheit, Sprache, Kreativität, Emotion, Enhance­ment, Geschlechterunterschiede, Tier­verwandtschaft und Sozialverhalten. Damit ist die Vielfalt der behandelten Fragestellungen nur angedeutet.

Als Autorinnen und Autoren finden sich in den einzelnen Bänden u.a. Ansgar Beckermann, Dieter Birnbacher, Norbert Bischof, Brigitte Falkenburg, Angela Friederici, John-Dylan Haynes, Peter Janich, Holger Lyre, Klaus Mainzer, Hans Markowitsch, Albert Newen, Michael Pauen, Josef Reichholf, Gerhard Roth, Wolf Singer, Volker Sommer, Manfred Spitzer, Kai Vogeley, Eckart Voland, Gerhard Vollmer, Henrik Walter und Franz Wuketits.

Die hier aufgelisteten Bücher können per Mausklick über unseren Partner denkladen.de bestellt werden.

Symposiumsband 2018 »Was hält uns jung?«

Was hält uns jung?
Neuronale Perspektiven für den Umgang mit Neuem

Man sei so alt wie man sich fühlt, heißt es. Aber neben dem Gefühl gibt es auch Fakten. Alterungsprozesse unterliegen biologischen und psychologischen Gesetzen. Lernvorgänge unterscheiden sich zwischen früher Kindheit und hohem Alter, Wahrnehmung und Urteilsbildung verschieben sich im Lebenslauf. Die Plastizität des Gehirns verbindet die Generationen.

Aktuelle Erkenntnisse aus Neurowissenschaften, Medizin, Entwicklungspsychologie und weiteren Forschungsfeldern tragen zu unserem Selbstverständnis als aufgeschlossene Individuen bei. Auch die philosophische Ideengeschichte und der gesellschaftliche Wandel beeinflussen Wege und Irrwege zwischen Jugendwahn und Altersangst.

Die Weltoffenheit des Menschen ist Chance und Aufgabe zugleich. Dies gilt evolutionär wie biographisch, für die Menschheit als ganzes ebenso wie für jede/n Einzelne/n. Wie also meistert unser Gehirn den Umgang mit Neuem? Experten erläutern die Beiträge der Fachwissenschaften.

Mit Beiträgen von Eva Maria Albers, Eckart Altenmüller, Annette Baudisch, Martin Korte, Sabine Müller und Merlin Bittlinger, Rolf Oerter, Martina Schmidhuber und Harald Seubert.

Symposiumsband 2017 »Gehirne zwischen Liebe und Krieg«

Gehirne zwischen Liebe und Krieg
Menschlichkeit im Zeitalter der Neurowissenschaften

Unser Sozialverhalten wird in Extremsituationen auf harte Proben gestellt. Die Anziehung und Abstoßung zwischen Menschen kann bizarre Formen annehmen. Dieser Band geht den biologischen und psychologischen Mechanismen nach, auf denen Liebe und Krieg beruhen.

Aktuelle Erkenntnisse aus Hirnforschung, Psychologie, Evolutions- und Soziobiologie erschließen grundlegende Fragen zur Zukunft der Menschheit neu: Wo schlägt das Identitätsgefühl von Gruppen um in eine gefährliche Ausgrenzung und Abwertung Anderer? Was nützen moralische Appelle in einer Welt der Interessen? Kann individuelle Zuneigung kollektive Vorurteile überwinden?

Mit Beiträgen von Andreas Bartels, Dieter Birnbacher, Evelin Lindner, Angela Merkl, Gerhard Roth, Hannes Rusch, Anne Schienle, Michael Schmidt-Salomon, Svenja Taubner und Roman Wittig.

Symposiumsband 2014 »Das soziale Gehirn«

Das soziale Gehirn
Neurowissenschaft und menschliche Bindung

All unser Fühlen und Denken, Wahrnehmen und Handeln hat Grundlagen im Gehirn. „Spiegel­neuronen“ sprechen an, wenn wir Mitmenschen beobachten und ihre Handlungen deuten. Intuition und Empathie beruhen auf physiologischen Prozessen.
Das Gehirn ist ein Beziehungsorgan.

Unter dem Stichwort „soziales Gehirn“ rückt die Bindung des Menschen an seine soziale Umwelt in letzter Zeit verstärkt in den Blickpunkt der Forschung. Neuro­wissen­schaften, Biologie, Psychologie und Medizin sind auf dem Weg vom Ich zum Wir.

Ohne frühe Bindungserfahrung, ohne funktionierendes soziales Umfeld verkümmern Einfühlungsvermögen, Lernfähigkeit und Selbstwertgefühl. Philosophen wussten schon lange, dass der Mensch ein soziales Wesen ist. Auch für ein wissenschaftlich informiertes Menschenbild bleibt das Leben in Gemeinschaft ein zentrales Thema.

Mit Beiträgen von Elisabeth André, Sonja Entringer und Christine Heim, Olga Klimecki, Daria Knoch und Bastian Schiller, Albert Newen und Kai Vogeley, Sabina Pauen, Josef H. Reichholf, Manfred Spitzer, Eckart Voland, Thea Zander und Kirsten Volz.

Symposiumsband 2013 »Bewusstseit – Selbst – Ich«

Bewusstsein – Selbst – Ich
Die Hirn­forschung und das Subjektive

Die Fortschritte der Neurowissenschaften erschließen grundlegende Arbeitsprinzipien des menschlichen Gehirns. Alle geistigen Aktivitäten gehen mit spezifischen neuronalen Anregungsmustern einher. Doch nur die wenigsten Leistungen des Gehirns führen zu einem bewussten Erleben seines Besitzers. Und ein »Ich« kommt in den Daten von Hirnscans naturgemäß nicht vor.

Wie weit reichen also die Methoden und Konzepte der Hirn­forschung? Kann die »Erste-Person-Perspektive« des Ich-Erlebens auf die »Dritte-Person-Perspektive« der Neurobiologie zurück­geführt werden? Wie verhält sich die subjektive Innensicht unserer Erlebnisse zur objektiven Außensicht unserer Hirn­zustände? Wie entstehen Bewusstsein und persönliches Identitätsgefühl? Welche Störungen können dabei auftreten? Wovon hängt unser Selbstbild ab?

Mit Beiträgen von Katrin Amunts, Ansgar Beckermann, Norbert Bischof, Frank Erbguth, Brigitte Falkenburg, John-Dylan Haynes, Christof Koch, Ulrich Kühnen, Wolf Singer, Henrik Walter und Jennifer Windt.

Symposiumsband 2012 »Das Tier im Menschen«

Das Tier im Menschen
Triebe, Reize, Reaktionen

Der Mensch fiel nicht vom Himmel. Er entstammt dem Tierreich. Das merkt man ihm bis heute an, nicht nur in anatomischer und physiologischer Hinsicht. Auch unsere Gefühle, Antriebe und Verhaltensdispositionen zeigen evolu­tionäre Ursprünge. Was folgt daraus für unser Menschenbild?

Unsere höheren Kulturleistungen wurzeln in Neugier, Welt­offenheit, Sprachfähigkeit und Symbolverarbeitung. Doch was wird aus der Einzigartigkeit des Menschen angesichts unserer natürlichen Herkunft und Ausstattung? Muss das Verhältnis von Mensch und Tier neu definiert werden?

Sowohl Befürworter als auch Kritiker eines naturalistischen Zugangs stützen ihre Argumente gerne auf einzelwissen­schaftliche Befunde. Neben Biologie und Philosophie tragen auch Primatologie, Paläoanthropologie, Neuroanatomie, Ethologie, Psychologie und Medizin zum Verständnis des »Tiers im Menschen« bei.

Mit Beiträgen von Norbert Bischof, Sabine Döring, Miriam N. Haidle, Thomas Junker, Rudolf Kötter, Ulrike Krämer, Achim Peters, Elisabeth Scheiner & Julia Fischer, Volker Sommer, Stefan Treue, Gerhard Vollmer, Franz Josef Wetz und Franz Wuketits.

Symposiumsband 2011 »Verantwortung als Illusion?«

Verantwortung als Illusion?
Moral, Schuld, Strafe und das Menschenbild der Hirnforschung

Die Relevanz der Hirnforschung für Moral und Recht ist umstritten. Was wird aus persönlicher Verantwortung und rechtlicher Schuldfähigkeit, wenn der freie Wille bloß ein frommer Wunsch ist? Verdient Strafe, wer nicht anders handeln kann, als es seine Neuronen erlauben?

Nicht nur Kriminelle und Psychopathen, sondern wir alle sind hirngesteuert. Besonders spannend ist jedoch die Anwendung neuro­wissenschaftlicher Methoden bei misslingendem Sozial­verhalten: Welche Störungen sind prognostizierbar und wann ist Prävention möglich? Wo droht Rückfall und welche Therapie hilft?

Über den Kreis der Hirnforscher, Mediziner, Juristen und Philo­sophen hinaus ist es gesellschaftlich von Bedeutung, ob eine Entmoralisierung des Rechts erfolgt und wie Verantwortung und Strafe vom Konzept einer starken Willensfreiheit entkoppelt werden können.

Mit Beiträgen von Ansgar Beckermann, Peter Janich, Adelheid Kastner, Boris Kotchoubey & Niels Birbaumer, Hans-Ludwig Kröber, Hans Markowitsch & Angelica Staniloiu, Grischa Merkel, Sabine Müller & Markus Christen, Gerhard Roth und Marco Stier.

Symposiumsband 2010 »Mann, Frau, Gehirn«

Mann, Frau, Gehirn
Geschlechterdifferenz und Neurowissenschaft

Seit die Evolution die zweigeschlechtliche Fortpflanzung erfunden hat, unterscheiden sich Männchen und Weibchen. Auch und gerade beim Menschen sind tatsächliche und vermeintliche Unterschiede zwischen Mann und Frau ein unerschöpfliches Thema. Jenseits von Alltags­psychologie und Geschlechterstereotypen gibt es eine Fülle wissenschaftlicher Forschungsergebnisse zur Eigenart der Geschlechter.

Welche Wahrnehmungsleistungen und geistigen Fähigkeiten sind signifikant verschieden zwischen Frauen und Männern? Wie verschränken sich dabei Anlagen und Umwelteinflüsse? Welche Rolle spielen Gene, Hormone und Gehirnhälften? Von der Neurowissenschaft über die Humanbiologie und Medizin bis zur Psychologie spannt sich der Bogen. Evolutionsbiologie und Primatologie tragen zum Gesamtbild bei.

Dieses Buch bietet einen aktuellen Querschnitt der Forschung und stellt die Fakten in den Mittelpunkt.

Mit Beiträgen von Karl Grammer & Elisabeth Oberzaucher & Iris J. Holzleitner & Beatrix Haslinger, Onur Güntürkün, Paul-Martin Holterhus, Petra Jansen, Johannes Johow & Eckart Voland, Ferdinand Knauß, Elisabeth Oberzaucher & Anna Maria Keber, Claudia Quaiser-Pohl und Volker Sommer.

Symposiumsband 2009 »Geistesblitz und Neuronendonner«

Geistesblitz und Neuronendonner
Intuition, Kreativität und Phantasie

Die geistigen Leistungen des Menschen umfassen mehr als die sinnliche Wahrnehmung von Gegebenem und die rationale Verarbeitung von Wahrnehmungsinhalten. Menschen haben Ideen, fällen Urteile, treffen Entscheidungen und entwickeln Neues. Viele psychische Prozesse laufen dabei unbewusst ab. Manchmal schadet bewusste Aufmerksamkeit sogar eher als dass sie nützt. Wie kann man die merkwürdige Effizienz der Intuition verstehen und die schöpferische Kraft der Phantasie erklären? Was geschieht dabei im Gehirn? Die kreativen Fähigkeiten des Menschen und ihre neuronale Grundlage stehen im Mittelpunkt dieses populärwissenschaftlichen Bandes.

Mit Beiträgen von Tanja Gabriele Baudson, Nicola Baumann, Eva Maria Engelen, John-Dylan Haynes, Rainer Holm-Hadulla, Monika Keller, Markus Knauff & Leandra Bucher & Kai Hamburger, Holger Lyre, Klaus Mainzer, Georg Northoff und Gerhard Roth.

Symposiumsband 2008 »Künstliche Sinne, gedoptes Gehirn«

Künstliche Sinne, gedoptes Gehirn
Neurotechnik und Neuroethik

Dieses Buch handelt von der wachsenden technologischen Verfügbar­keit des Gehirns und dem dringenden Bedarf an ethischer Verständigung, der daraus resultiert. Neue Entwicklungen an der Schnittstelle von Neurowissenschaft, Medizin und philosophischer Ethik wirken hinein in den Alltag, in Politik und Gesellschaft.

Je besser die physiologischen Grundlagen und funktionalen Prinzipien des Gehirns erforscht werden, desto weiter reichen die Möglichkeiten zum technischen Eingriff. Cochlea-Implantate für Hörgeschädigte und Psycho­pharmaka für Depressive sind erst der Anfang. Neuroprothesen und Neuropharmaka gelten als zukunftsträchtige Anwendungen der Hirnforschung. Doch was therapeutischen Zwecken dient, kann auch zur Leistungs- und Luststeigerung Gesunder eingesetzt werden.

Das kommende »Neuro-Enhancement« zwingt dazu, ethische Fragen neu zu stellen: Wie sind die Wirkungen und Nebenwirkungen für Individuum und Gesellschaft zu bewerten? Welche Anwendungen sind möglich, erlaubt, wünschenswert oder gar geboten? Welche Zugangsmöglichkeiten sind gerecht? Die Antworten sind mit dem Menschenbild rückgekoppelt.

Mit Beiträgen von Andreas Büchner, Peter Fromherz, Bernward Gesang, Thomas Kammer, Gert Pfurtscheller, Klaus Peter Rippe, Stephan Schleim, Cornelius Schwarz, Rüdiger Vaas, Henrik Walter

Symposiumsband 2007 »Nicht wahr?!«

Neuronen im Gespräch
Sprache und Gehirn

Die Sprache ist der Schlüssel zum Menschen als Kulturwesen. Wie funktionieren Sprachproduktion und Sprachverstehen? Was geschieht im Gehirn, wenn der Mensch spricht? Welche neuronalen Korrelate kennzeichnen spezifische Sprachleistungen?

Der vorliegende Band gibt aktuelle Einblicke in die linguistische Forschung und zeigt die fruchtbare Verschränkung von Psycholinguistik und Neurolinguistik. Thematisch spannt sich der Bogen von universellen Strukturen in den symbolischen Zeichensystemen der Sprache und in den Prozessen des Sprachverstehens über Gemeinsamkeiten von Sprache und Musik bis zu den Besonderheiten der Gebärdensprache.

Doch wie kommen wir zur Sprache? Diese Frage kann sowohl auf die Evolution des Lebens als auch auf die kognitive Entwicklung des Einzelnen bezogen werden. Vorformen der Sprache im Tierreich und Erlernen der Sprache in der Kindheit runden daher den Themenkreis ab.

Wer den Menschen verstehen will, muss seine Sprache verstehen. Wer nicht nur die Sprache, sondern auch die Sprachfähigkeit verstehen will, kann heute auf den Blick ins Gehirn nicht mehr verzichten.

Mit Beiträgen von Manfred Bierwisch, Werner Deutsch & Michael Kaßecker, Julia Fischer, Angela D. Friederici, Stefanie Hoehl & Tricia Striano, Stefan Koelsch & Tom Fritz, Matthias Schlesewsky & Ina Bornkessel-Schlesewsky, Markus Steinbach.

Symposiumsband 2006 »Neuronen im Gespräch«

Nicht wahr?!
Sinneskanäle, Hirnwindungen und Grenzen der Wahrnehmung

Ist was wir wahrnehmen nicht wahr? Informationen, die wir über unsere Sinnesorgane erhalten, reichen in der Regel nicht aus, um ein brauchbares Bild von der Außenwelt bereit zu stellen. Unser Gehirn filtert, selektiert und deutet die eintreffenden Sinnesdaten. Bewusst wird uns nur das Ergebnis dieses Prozesses. Dieses Wahrnehmungsergebnis beruht auf Hypothesen des Gehirns. Ist eine dieser Hypothesen falsch, kommt es zu einer Wahrnehmungstäuschung.

Was wir wahrnehmen ist also nicht (immer) wahr! Täuschungen als bloße »Fehlleistungen« abzutun, wäre aber verfehlt: Sie sind ein Triumph über ein auf den ersten Blick zwar nahe liegendes, aber letztlich wenig hilfreiches Konzept, die Welt einfach nur so genau wie möglich über die Sinne abzubilden. Relevant (etwa fürs Überleben) ist nicht in erster Linie, was »wahr« ist, sondern was uns in die Lage versetzt, effektiv und sinnvoll auf unsere Umwelt zu reagieren.

Wie kommt die Welt in den Kopf? Was macht das Gehirn daraus? Und welche Bedeutung hat all das für die menschliche Erkenntnisfähigkeit? Aktuelle Forschungsergebnisse liefern Grundlagen für die Debatte um das moderne Selbstverständnis des Menschen.

Mit Beiträgen von Michael Bach, Heinrich H. Bülthoff, Hubert R. Dinse, Hinderk M. Emrich & Markus Zedler & Wolfgang Dillo, Karl R. Gegenfurtner & Alexander C. Schütz & Doris I. Braun, Hanns Hatt, Mirja Hubert & Peter Kenning, Birger Kollmeier, Bernd Lingelbach & Walter H. Ehrenstein, Michael Pauen, Wolf Singer.

Symposiumsband 2005 »Von Sinnen«

Von Sinnen
Traum und Trance, Rausch und Rage aus Sicht der Hirnforschung

Subjektiven Erlebnissen liegen neurobiologische Korrelate zugrunde. Was tut sich im Gehirn bei Trance- oder Rauschzuständen? Welche Hirnareale sind unter Meditation oder Hypnose aktiviert, welche gehemmt? Werden in veränderten Bewusstseinszuständen Potentiale ausgeschöpft oder Fähigkeiten unterdrückt?

Die Themen dieses Bandes haben alle eines gemeinsam: Sie bezeichnen Formen des menschlichen Erlebens, die nicht als bloße Erfassung der Außenwelt verstanden werden können. Vielmehr verselbständigen sich hier bis zu einem gewissen Grad die konstruktiven Leistungen von Sinnen und Gehirn. Neuere Forschungsergebnisse gestatten uns mehr und mehr, solche veränderten Bewusstseinszustände in Beziehung zu ihren neurophysiologischen Grundlagen zu setzen.

Dadurch erscheinen alte Fragen in neuem Licht: Wo beginnen Verzerrungen der menschlichen Wahrnehmung krankhaft zu werden? Welche Techniken zur gezielten Herbeiführung bestimmter Bewusstseinszustände gibt es? Was ist dabei Therapie, was ist Manipulation? Sind spirituelle Erlebnisse durch die Erforschung ihrer neuronalen Grundlagen als Illusionen entlarvt oder als Bedürfnisse gerechtfertigt? Gibt es ein »falsches Bewusstsein«? Wo endet die Tiefendimension des Lebens und wo beginnt die Fehlorientierung des Menschen?

Mit Beiträgen von Peter Brugger, Peter Dinzelbacher, Wolfgang Hell, Gunther Hirschfelder, Brigitte Holzinger, Hermes A. Kick, Georg W. Kreutzberg, Torsten Passie, Dieter Vaitl, Henriette Walter und Georg Winterer.

Symposiumsband 2004 »Freier Wille – Frommer Wunsch«

Freier Wille – frommer Wunsch?

Bewusst erlebten Willensentscheidungen gehen neuronale Bereitschaftspotentiale zeitlich voraus. Was bedeutet das für unser Verständnis menschlicher Freiheit? Wie verhält sich der Eindruck, »frei« entscheiden zu können, zur naturgesetzlichen Beschreibung des Menschen als materielles System? Diese im Kern alte Debatte hat durch die Neurowissenschaft der Gegenwart eine erneute Zuspitzung erfahren.
Im vorliegenden Buch sind aktuelle Beiträge renommierter Autoren aus Psychologie, Philosophie des Geistes, Natur- und Rechtsphilosophie, Biologie, Soziologie und Moraltheologie versammelt.

Dabei steht zum einen die Frage im Vordergrund, welche Vorstellungen menschlicher Freiheit mit einem determinierten Naturgeschehen verträglich sind und welche aufgegeben werden müssen. Zum anderen wird das Problem verfolgt, welche Grundlage für die Zuschreibung der Urheberschaft eigener Handlungen und damit für die persönliche Verantwortung des Menschen bleibt. Die Lösung dieses Problems entscheidet über die philosophische Begründung strafrechtlicher Praxis.

Es genügt nicht, einen Standpunkt zu haben. Wer die Debatte um die Willensfreiheit verstehen will, muss die Argumente kennen. Dazu lädt dieses Buch ein.

Mit Beiträgen von Bernulf Kanitscheider, Matthias Kettner, Sabine Maasen, Reinhard Merkel, Wolfgang Prinz, Eberhard Schockenhoff, Holm Tetens, Bettina Walde, Wolfgang Walkowiak, Franz Wuketits.