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Die innere Uhr
Vom Molekül zum Verhalten

Vortrag von Prof. Dr. Gregor Eichele

Wie wurden die circadianen Uhren entdeckt und anschließend über den Zeitraum von mehr als hundert Jahren erforscht? Wie kann man eine Präzisionsuhr aus biologischem Material, d.h. aus Nukleinsäuren und Proteinen basteln? Wie vergleichen sich die circadianen Uhrwerke von Menschen, Mäusen, Insekten, Pilzen und Blaualgen? Wie ist das Uhrwerk mit den Körperfunktionen verwoben?

Eine Reihe von Pionieren hat dieses Forschungsfeld vorangebracht. Einige der bahnbrechenden Versuche werden wir besprechen, um einen Einblick in die Vorgehensweise und den Forschungsalltag zu geben. Ein überragendes Beispiel: Eines der wichtigsten Experimente im Feld war das von Ronald J. Konopka und seinem Doktorvater Seymour Benzer. Konopka konnte anfangs der Siebziger Jahre in seiner Dissertation berichten, dass circadiane Uhren genetisch bedingt sind. Er hatte ein Gen in der Essigfliege entdeckt, das er »period« taufte und welches für den Tag-Nacht-Rhythmus dieses Insekts verantwortlich war. Die Erkenntnis, dass ein so komplexes Verhalten auf einem Gen beruhen konnte, wurde von Konopkas Zeitgenossen damals skeptisch beäugt oder sogar ignoriert. Zu Unrecht, denn sowohl Konopkas Denkweise als auch sein genetischer Ansatz wurden im Laufe der Zeit zum Paradigma für das ganze Gebiet, von der Blaualge bis zum Menschen.

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