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Symposium 2018

Die Neugier und das gute Leben
Perspektiven humanistischer Philosophie

Vortrag von Prof. Dr. Harald Seubert

Schon Cicero wies darauf hin, dass das Alter die Neugierde und Aufbrüche im Denken nicht einschränken muss. Curiositas, Neugier, ist die Fähigkeit, alte Paradigmen aufzubrechen, Dinge neu und verändert zu denken. Sie hängt eng mit der aufklärerischen Emanzipation der Philosophie in der Moderne und dem Mut zum Selbstdenken zusammen, das gegen Konventionen von Politik und Kirche den eigenständigen Menschen weckt. Dieser Aufbruch kann den Menschen bis zum Ende bestimmen. Denn »jedem Anfang wohnt ein Zauber inne«.

Wer erkennt und selbst denken lernt, gewinnt ein Glück der Selbstbestimmtheit, das ihn unabhängiger macht von Wechselfällen des Lebens und Fremdbestimmungen. Der Vortrag zeigt (an Gedankenbeispielen von Platon bis Sloterdijk), wie ein Auskosten des Lebens, ein Humanismus, der Menschsein auch als Aufgabe begreift, aus den Quellen der Philosophie neue Sinndimensionen gewinnen kann: in einer Zweckfreiheit, aus der eigentliches Glück hervorgehen kann.