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Akteur des Geistes
Das Selbst – seine Rolle als sozialer Ansprechpartner und als innerer Arzt

Aufgezeichneter Vortrag (ohne Diskussion) von Prof. Dr. Joachim Bauer

Friedrich Schillers Diktum »Es ist der Geist, der sich den Körper baut« (Wallenstein) ist aus moderner neurowissenschaftlicher Sicht weniger abwegig, als es auf den ersten Blick scheint. Seriös definiert, meint Geist eine bestimmte Haltung (»Spirit«), einen mentalen Zustand (»Mind«), schließlich aber auch sprachliche Produkte, Ideen und Informationen (»Contents«). Akteur eines so definierten Geistes ist das Selbst, ein spezifisch humanes Phänomen, dem die modernen Neurowissenschaften durch die Entdeckung der Selbst-Netzwerke erst seit Kurzem auf die Spur gekommen sind (siehe Joachim Bauer: »Wie wir werden, wer wir sind«, Blessing-Verlag 2019). Der Mensch wird ohne ein Selbst geboren. Seinen »Geist« eingehaucht bekommt das Selbst durch die Resonanzen, die wir zeitlebens durch signifikante Andere erhalten. Für den Säugling und das Kleinkind fungiert die Hauptbezugsperson als eine Art »Extended Mind«. Aber auch danach interferieren von signifikanten Anderen kommende Botschaften mit dem Selbst des Adressaten. Das Selbst fungiert als Schnittstelle zwischen sozialer Außenwelt und der Innenwelt des Körpers.

Symposium 2020: Abstracts in der Reihenfolge des Programms

John-Dylan Haynes: Dem Geist auf der Spur

Lars Muckli: Das Gehirn als Vorhersage­maschine

Wolf Singer: Natürliche und künstliche Intelligenz

Herta Flor: Körperrepräsentation und Schmerz

Joachim Bauer: Akteur des Geistes

Moritz Helmstaedter: Connectomics – Karten des Denkens

Grischa Merkel: Lieber nicht denken?

Achim Stephan: Situierte Affektivität

Beate Krickel: Der Sitz des Geistes und das Unbewusste

Claus-Christian Carbon: Ist der leiblose Geist ein seelenloser Körper?

Bigna Lenggenhager: Körper und Kognition

Holger Lyre: Der erweiterte Geist

Podiumsdiskussion: Ein Gehirn denkt nie allein

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