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Symposium 2020

Lieber nicht denken?
Wie das Silicon Valley unsere Gedanken entschlüsselt

Vortrag von Dr. Grischa Merkel

»Die Gedanken sind frei, wer kann sie erraten?«, heißt es in einem alten Volkslied. Die Antwort darauf scheint sich abzuzeichnen: Nicht nur werden von Firmen wie Microsoft seit einiger Zeit Patente auf sog. Mindreading Devices angemeldet, auch die Forschung steht in Sachen »Gedankenlesen« offenbar vor einem Durchbruch, wie uns das Wissenschaftsmagazin Nature in immer kürzeren Abständen mitteilt. Gedanken in Sprache zu übersetzen, wäre unbestreitbar ein Segen für gelähmte Patienten und würde von »Rechtschreibmuffeln« sicher auch geschätzt. Aber müssen wir angesichts dieser Entwicklungen nicht auch besorgt sein? Das Volkslied fragt ja nur rhetorisch danach, wer Gedanken erraten kann. Tatsächlich preist es die absolute Privatheit, eben »Freiheit« der Gedanken von staatlichem Einfluss. Der Vortrag geht deshalb der Frage nach, was noch privat ist, wenn »Gedankenlesen« Wirklichkeit wird. Er beleuchtet aber auch, was am Mentalen immer schon »öffentlich« war.

Symposium 2020: Abstracts in der Reihenfolge des Programms

John-Dylan Haynes: Dem Geist auf der Spur

Lars Muckli: Das Gehirn als Vorhersage­maschine

André Gessner: Die Darm-Hirn-Achse

Herta Flor: Körperrepräsentation und Schmerz

Wolf Singer: Natürliche und künstliche Intelligenz

Moritz Helmstaedter: Connectomics – Karten des Denkens

Grischa Merkel: Lieber nicht denken?

Achim Stephan: Situierte Affektivität

Beate Krickel: Der Sitz des Geistes und das Unbewusste

Claus-Christian Carbon: Ist der leiblose Geist ein seelenloser Körper?

Bigna Lenggenhager: Körper und Kognition

Holger Lyre: Der erweiterte Geist

Podiumsdiskussion: Ein Gehirn denkt nie allein

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