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Copernicus-Symposium 2022:

Außerirdisches Leben
(Exoleben)

»Exoleben«? Außerirdische?

Die Bausteine des Lebens sind im Universum in großer Fülle zu finden. Im Gas und Staub zwischen den Sternen finden sich viele, einfache wie komplexe, organische Moleküle, bis hin zu polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffen. Der einzige Ort, auf dem aber nach unserer Kenntnis tatsächlich Leben existiert, ist unsere Erde. Angesichts der Milliarden von Sternen allein in der Milchstraße mit ihren abermilliarden Planeten stellt sich daher die Frage, wie häufig Leben im Kosmos ist. Ist die Erde die Ausnahme, eine kleine Oase des Lebens in einer riesigen Wüste des Alls, oder ist Leben weit verbreitet, nur bislang unentdeckt?

Viele Voraussetzungen müssen erfüllt sein, damit höherentwickeltes Leben entstehen kann. Es braucht einen Stern der richtigen Größe, einen Planeten in der richtigen Entfernung und mit genügend freiem Wasser. Doch reichen diese Grundvoraussetzungen oder muss mehr dazukommen, wie es bei der Erde geschah? Wie konnte sich dort Leben entwickeln, das schließlich den Menschen hervorbrachte, der nun in der Lage ist, sich solche Fragen zu stellen und sich über fremdes Leben, sein Aussehen, sei Verhalten und seine Konsequenzen auf die menschliche Kultur Gedanken zu machen.

Beim Copernicus-Symposium werden daher nicht nur die Erkenntnisse aus der Astronomie und der Physik vorgestellt, sondern auch Beiträge anderer Wissenschaften wie Biologie, Geologie, Linguistik, Kulturwissenschaften, Philosophie und Theologie.

Der Name »Copernicus-Symposium«

Der Name »Copernicus-Symposium« nimmt zum einen natürlich Bezug auf den Veranstaltungsort, das Nicolaus-Copernicus-Planetarium. Zum anderen verweist er (indirekt) auf das Motto des Bildungscampus »Wir öffnen Welten«. Denn unbestritten hat Nicolaus Copernicus durch die Vertreibung der Erde aus dem Mittelpunkt des Universums wortwörtlich die Tür zu einer neuen Welt des Denkens und des Verständnisses geöffnet.

Das Copernicus-Symposium will grundlegende Themen der Wissenschaft in einem interdisziplinären Ansatz aufgreifen und für ein breites Publikum verständlich darstellen. Es ist daher bewusst nicht als Fachtagung für Experten konzipiert, sondern als ein Ort für Neugierige und Interessierte, die sich hier einen Überblick über die verschiedenen Themenaspekte verschaffen wollen.

Welche Bedingungen braucht »Leben«?

Zu Beginn beschäftigen wir uns mit der Frage, welche physikalischen und astronomischen Bedingungen erfüllt sein müssen, damit auf einem Planeten oder auch auf einem einen Planeten umkreisenden Mond Leben entstehen und existieren kann. Als Muster dient dabei die Erde, da andere Beispiele für lebenstragende Orte im Universum noch fehlen. Das Leben auf der Erde entwickelte sich im Zeitraum von Milliarden Jahren aus den Grundbausteinen bis zu den ersten Zellen und niedere Organismen. Wasser war dabei eine absolut notwendige Voraussetzung. Daher sollten auch andere Planeten, um Leben hervorzubringen, flüssiges Wasser über einen genügend langen Zeitraum auf ihrer Oberfläche bereitstellen. Sie müssen im richtigen Abstand von ihrem Zentralgestirn sein und dieses muss über lange Zeiträume konstante Energiemengen ausstrahlen, ohne durch heftige Strahlungsausbrüche mit energiereicher Strahlung eine vorhandene Atmosphäre zu zerstören. Eventuell kann Leben auch auf Monden außerhalb der eigentlich habitablen Zonen entstehen, wenn z.B. flüssiges Wasser unter einer Oberflächeneisschicht vorhanden ist und im Inneren des Mondes eine Energiequelle zur Verfügung steht, die das Wasser über längere Zeiträume flüssig erhält. Ein weiterer Aspekt in der ersten Session wird sein, wie man derzeit versucht, Planeten um fremde Sterne zu finden, sog. Exoplaneten und wo man in unserem Sonnensystem Ausschau nach Lebenspuren hält, z.B. auf dem Mars oder den Eismonden von Jupiter und Saturn.

Wie wahrscheinlich ist »Exoleben«?

Sammelt man die Voraussetzungen für intelligentes und auch derzeit kommunikationsfähiges und kommunikationsbereites Leben, so lässt sich eine Formel aufstellen, die Drake-Gleichung, mit der sich die Anzahl der Zivilisationen in der Milchstraße berechnen lässt. leider sind die Schwankungsbreiten bei den Annahmen, die man dabei machen muss, z.B. für die Lebensdauer einer Zivilisation, sehr groß, so dass die Ergebnisse je nach Untersuchung sehr schwanken. Wenn es aber weitere Zivilisationen in der Milchstraße geben sollte, so fragte sich schon der italienisch-amerikanische Physiker Enrico Fermi in den 50er Jahren des letzten Jahrhunderts, warum wir dann weder von ihnen kontaktiert noch von ihnen erfahren haben. Warum das möglicherweise auch gut so ist, ist eine weitere Frage, der sich das Symposium widmet.

Was ist Leben?

Um über außerirdisches Leben zu sprechen, muss zunächst geklärt werden, was Leben überhaupt ist. Kann es zum Beispiel auch Lebewesen geben, deren Biochemie nicht auf Kohlenstoff basiert? Hilfreich ist auch eine Analyse, wie das Leben auf der Erde entstanden ist, um dann darüber diskutieren zu können, ob sich dies an anderer Stelle im Universum wiederholen könnte. Mit all diesen Aspekten beschäftigt sich das wissenschaftliche Teilgebiet der Astrobiologie, das hier aber nur kurz angerissen werden kann. Dennoch soll auch Raum sein, um über die Existenz komplexen Lebens im Kosmos zu spekulieren. Denn eines ist klar: selbst wenn die Entdeckung von primitiven Lebenspuren schon eine Sensation wäre, bedeutete dies doch nichts im Vergleich zur Entdeckung von höherem, ja sogar intelligenten Lebewesen.

Was würde ein Kontakt mit außerirdischen Lebewesen für uns bedeuten?

Eine solche Entdeckung hätte gewiss einschneidenden Konsequenzen für die Eigenwahrnehmung des Menschen und seiner Rolle im Universum. Doch wären eine Kontaktaufnahme und ein Dialog mit dem möglicherweise völlig Fremden überhaupt machbar? Außerirdisches Leben könnte uns geistig, kulturell und körperlich so weit entfernt sein, dass eine Verständigung an unüberbrückbaren Gegensätzen und Missverständnissen scheitert. Schon beim Kontakt zwischen unterschiedlichen Kulturen auf der Erde hat sich gezeigt, dass eine gemeinsame Kommunikationsbasis oft nur schwer zu finden ist. Trotzdem haben sich Denker und Künstler schon seit vielen Jahrhunderten Gedanken darüber gemacht, was eine Kontaktaufnahme mit Außerirdischen für die Menschheit bedeuten würde. Gerade die Darstellung der Aliens in Literatur du Film zeigte dabei, dass wir dabei oft eher ein Bild von uns selbst zeichnen. Der Außerirdische, der in den Spiegel hineinblickt, schaut so als Mensch wieder heraus.

Referentinnen und Referenten

  • Dr. Bernd Flessner

  • Dr. Sascha Hohmann

  • Aleksandar Janjic

  • Dr. Andreas Losch

  • Dr. Monika Maintz

  • assoz. Prof. Mag. Dr. Heike Ortner

  • Prof. Dr. Ulrich Schreiber

  • Prof. Dr. Dirk Schulze-Makuch

  • Rüdiger Vaas

  • Bettina Wurche

Programm

Ein Klick auf den Vortragstitel führt zur Zusammenfassung des Vortrags (wird zurzeit vervollständigt).

Freitag, 01. April 2022
18:00 Öffnung des Tagungsbüros
19:00–20:30 Bettina Wurche
Die faszinierenden Kreaturen des »Star Wars«-Universums
Interaktive Science Performance
Samstag, 02. April 2022
08:30–09:00 Empfang, Öffnung des Tagungsbüros
09:00–09:45 Dr. Sascha Hohmann
Wo lässt es sich im Universum leben?
Eine Reise zu großen Sternen und kleinen Planeten
09:45–10:30 Dr. Monika Maintz
Nachbarn im Weltall?
Die Suche nach Leben im Sonnensystem und darüber hinaus
10:30–11:00 Pause
11:00–11:45 Rüdiger Vaas
Alien Contact
Warum wir noch keinen Besuch aus dem All erhielten – und das auch besser so ist
11:45–12:30 Podiumsdiskussion mit Dr. Sasche Hohmann, Dr. Monika Maintz und Rüdiger Vaas
12:30–14:00 Mittagspause
14:00–14:45 Aleksandar Janjic
Was lebt?
Die Grundfrage der (Astro-)Biologie
14:45–15:30 Prof. Dr. Ulrich Schreiber
Die erste Zelle
Neue Erkenntnisse über die Entstehung des Lebens
15:30–16:00 Pause
16:00–16:45 Prof. Dr. Dirk Schulze-Makuch
Komplexes Leben im Universum?
16:45–17:30 Podiumsdiskussion mit Aleksandar Janjic, Prof. Dr. Ulrich Schreiber und Prof. Dr. Dirk Schulze-Makuch
ab 18:00 Abendvorstellung im Planetarium
Details folgen
Sonntag, 03. April 2022
09:30–10:00 Empfang, Öffnung des Tagungsbüros
10:00–10:45 assoz. Prof. Mag. Dr. Heike Ortner
Sicher nicht Klingonisch?
Eine interstellare Einführung in die Sprachwissenschaft
10:45–11:30 Dr. Bernd Flessner
Außerirdische Invasionen in Literatur und Film als Zeitzeichen
11:30–12:00 Pause
12:00–12:45 Dr. Andreas Losch
Die Bedeutung von extraterrestrischem Leben für Religion und Philosophie
12:45–13:45 Podiumsdiskussion mit assoz. Prof. Dr. Heike Ortner, Dr. Bernd Flessner und Dr. Andreas Losch
13:45–14:00 Schlussdebatte
14:00 Ende des Symposiums

Tickets & Teilnahmegebühren:

Eintrittskarten
Gesamtveranstaltung (Kurs-Nr. 00500), d.h. Eröffnungsvortrag, alle 3 Sessions und Planetariumsshow: € 59,00 (ermäßigt*: € 39,00).

Abschnittskarten
Eröffnungsvortrag (Kurs-Nr. 00501): € 8,00 Euro, ermäßigt* € 5,50
Einzelsession (Kurs-Nr. 00502, 00503 oder 00504): € je 19,00 Euro, ermäßigt* € 13,00

Planetariumsshow: € 8,00 (ermäßigt* € 5,50)

* Die Ermäßigung gilt für Schüler, Studierende und Mitglieder im Förderkreis Kortizes.

Buchung ab Januar 2022 über BZ Nürnberg möglich, als Reservierung dann auch über das Planetarium (Links zu gegebener Zeit hier).

Programmgestaltung und Organisation

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